Drei Fragen an… Ann-Kathrin Förderreuther, Religionspädagogin und Kirchenvorsteherin in Neukirchen

An unserer Seite leben und handeln Menschen, die uns Wertvolles mitgeben können. Auf dieser Seite stellen wir dir regelmäßig neue „Persönlichkeiten“ aus der Region vor.

SOFAKIRCHE: ANN-KATHRIN, WAS GIBT DIR IN DIESEN TAGEN KRAFT?

Meine Familie (mein Mann und meine beiden Kinder Mia und Emil) und sicher auch die Entschleunigung, zu der man momentan gezwungen ist, aber doch eigentlich ein großes Geschenk ist. Zeit mit den Kindern, Zeit im eigenen Zuhause, Zeit im eigenen Garten, kein Termindruck. Eine To-Do-Liste brauche ich dennoch, um die Herausforderungen momentan zu bewältigen, aber sie ist überschaubar und nicht endlos wie sonst so oft in unserem Alltag.

Kraft gibt mir auch zur Zeit das  Gefühl der Solidarität und der Gemeinschaft. Unsere Arbeit in der Metzgerei, die uns besonders jetzt während dieser momentan sehr fordert. Die Ausgangsbeschränkung, die uns in unserem Leben massiv einschränkt. Die Trauer über die fehlenden Kontakt zu den Liebsten und vor allem auch die Sorge um die Gesundheit der eigenen Familie und Nahestehenden. Alles das gilt es zur Zeit für uns als Familie zu bewältigen. Aber die Gewissheit, dass es vielen Anderen jetzt auch so geht und wir eben in dieser Situation nicht alleine sind, das gibt uns Kraft.

 

SOFAKIRCHE: WELCHE ROLLE SPIELT FÜR DICH DEIN GLAUBE?

Ich bin ein positiv denkender Mensch, der voller Hoffnung und Zuversicht im Leben unterwegs ist. Auch in dieser momentan schwierigen Situation. Und dies hat sicher etwas mit meinem tiefen Glauben zu tun. Hoffnung und Zuversicht braucht der Mensch und braucht die Welt. Wir schaffen das! Gemeinsam sind wir stark! Alles wird gut! Ich glaube ganz fest an einen Gott, der für uns da ist und alles zum Guten wendet. Dies versuche ich auch in meinem Religionsunterricht meinen Grundschulkindern immer wieder als bestärkende und Mut machende Botschaft mitzugeben.

Für mich hat der christliche Glaube aber auch etwas mit Gemeinschaft zu tun. Wir sind nicht allein. Keiner muss alleine kämpfen. Wir sind füreinander da. Die Nächstenliebe, so wie Jesus selbst diese zu seiner Zeit vorgelebt hat, ist für mich die Grundlage der christlichen Werte. Den Blick für den Anderen nicht verlieren – besonders für die Schwachen unserer Gesellschaft. Jetzt während der Corona-Krise, aber auch zu jeder Zeit und an jedem Ort.

 

SOFAKIRCHE: WENN DU DIR DAS TRÄUMEN ERLAUBST – WIE SIEHT DA UNSERE GESELLSCHAFT IN SECHS MONATEN AUS? 

Träume und Visionen sind wichtig und wir sollten auch nie aufgeben an diesen Träumen zu arbeiten. Ich träume davon, dass wir in 6 Monaten die Corona-Pandemie überwunden haben: keine Neuinfektionen, die Kranken sind geheilt, der Impfstoff ist entwickelt. Zugleich träume ich davon, dass wir aus dieser Zeit viel gelernt haben und unser Leben in gewisser Weise auch neu orientieren und überlegen was uns tatsächlich wichtig ist und unsere Gesellschaft so gestalten, dass alles in einer richtigen Balance gelebt wird: Gesundheit, Rücksichtnahme und Blick für die Schwachen, Wirtschaft und Konsum, Umwelt, Globalisierung, usw. Denn durch die momentane Ausbremsung der Weltwirtschaft, kommt z.B. unsere Erde und die Natur endlich wieder zum Atmen und Erholen. Entschleunigung hat auch viele positive Aspekte und diese dürfen wir gerne mit in die Zeit nach der Krise mitnehmen und weiterleben.

Ann-Kathrin Förderreuther

Religionspädagogin und Kirchenvorsteherin in Neukirchen

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